Kurzprofil iDESkmu

iDESkmu - inklusive Dokumentenmanagementsysteme und Enterprise Content Managementsysteme in kleinen und mittleren Unternehmen, Verwaltungen und Verbänden der Selbsthilfe

Das Projekt iDESkmu ist auf eine Dauer von 3 Jahren angelegt, startete am 1. März 2019 und wird durch den Ausgleichsfonds für überregionale Vorhaben zur Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales gefördert.
Der Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg e.V. (BSVH) ist Projektträger, Projektpartner sind die HAVI Solutions GmbH & Co. KG sowie die Universität Siegen (Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik und Neue Medien und Junior-Professur Wirtschaftsinformatik/IT für die alternde Gesellschaft), die durch ein Team aus externen Spezialist*innen verschiedener Disziplinen unterstützt wird. Gemeinsam mit Kooperationspartner*innen aus dem Mittelstand, der Softwareentwicklung und der barrierefreien Arbeitsplatzgestaltung wird an der Realisierung der Projektziele gearbeitet.

Die Ausgangslage für iDESkmu

DMS- und ECMS-Installationen nehmen deutlich zu

Der Markt für Dokumentenmanagementsysteme entwickelt sich seit der Jahrtausendwende mit jährlichen Wachstumsraten von bis zu 30 % sehr positiv. Vor allem der Markt für kleine und mittlere Unternehmen hat in den letzten Jahren stark zugelegt. Wichtige Ursache für die steigende Zahl der DMS-, ECMS-Installationen sind sowohl die gestiegenen regulatorischen Anforderungen als auch der zunehmende Kostendruck in den Unternehmen. Insbesondere der Mittelstand setzt verstärkt auf Dokumentenmanagementsysteme; 45,8 % der Unternehmen der KMU zwischen 250 und 2 500 Mitarbeiter*innen haben ein DMS im täglichen Einsatz. Groß- und Konzernunternehmen kommen hier nur auf 36,5 %. Für die nächsten 10 Jahre wird mit jährlichen Wachstumsraten für DMS- und ECMS-Installationen von mindestens 8 % gerechnet.

Während die allgemeine Beschäftigungsquote steigt, sinkt sie bei Menschen mit Behinderungen

2018 lag die Arbeitslosenquote bei Menschen mit Schwerbehinderung bei 11,7 %, die allgemeine Quote dagegen nur bei 5,7 %. Werden Menschen mit Schwerbehinderung arbeitslos, ist es für sie deutlich schwieriger, wieder in Arbeit zu finden. Der Arbeitsmarkt ist für sie wenig dynamisch. Zudem erreicht die Erwerbsquote bei Menschen mit Behinderungen bereits in der Altersgruppe von 25 bis 45 ihren Höhepunkt, während sie bei Menschen ohne Behinderungen erst in der Altersgruppe von 60 bis 65 rückläufig ist.

Gewaltiges Beschäftigungspotenzial für Menschen mit Behinderungen bleibt ungenutzt

Die Beschäftigungsquote von Menschen mit Behinderungen nimmt mit der Unternehmensgröße zu. In KMU liegt die Beschäftigungsquote mit 2,9 % weniger als halb so hoch wie bei Großunternehmen mit 6,3 %. Damit bleiben große Chancen für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen ungenutzt, schließlich arbeiten 68 % aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Deutschland in KMU, hier sind knapp 90 % aller Ausbildungsplätze angesiedelt. Während in Großunternehmen in den Jahren 2007 – 2014 die Nettobeschäftigung um 1,2 % sank, sind in den mittelständischen Unternehmen durch Gründungen und Unternehmenswachstum viele neue Beschäftigungsangebote – ein Plus von 13,6 % – entstanden. Dadurch zeigt sich, dass vor allem von den kleinen und mittleren Unternehmen wichtige Impulse für eine permanente Erneuerung, Veränderungsbereitschaft und Modernisierung der Wirtschaft ausgehen. Impulse, die auch ein „Neudenken“ des Themas Mitbestimmung und damit auch Inklusion im eigentlichen Sinne prägen.

Ziele des Projekts

Das Projekt iDESkmu richtet sich an mittelständische Unternehmen, Softwarehersteller, Verwaltungen und Verbände. Es verfolgt drei Hauptziele:

  1. Analyse der Barrieren und Potenziale, Entwicklung eines Musterarbeitsplatz für eine DMS-Lösung
  2. Praxiswissen barrierefreie DMS und ECMS auf Nutzer-, Entwickler- und Führungsebene
  3. Langfristige Verankerung: Know-how, Qualifizierung und Kommunikation

Hier können Sie mehr über die Projektziele lesen.